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Am 30. April 1929, habe ich in Jägerndorf (CSR) das Licht der Welt

erblickt.

Nach einer schönen Kinderzeit, die ich in Jägerndorf als heranwachsender

Lausbub durchlebte, musste meine Mutter mehrmals meinen Tatendrang,

mit Ihrer Hand zügeln. Im Nachhinein muss ich sagen „schade um jeden

Schlag der nicht getroffen hat“. In meiner Kindheit hatte ich schon große

Interesse an allem was sich drehte und bewegte. Ich zerlegte alles, zum

Leidwesen meines Vaters und meiner Mutter. Auch meine große

Schwester blieb manches nicht erspart. Ich habe in Ihren Sprechpuppen nachgeschaut wo die Sprache herkommt und was sonst noch alles drin ist.

Auch darüber war meine Mutter immer erbost und habe mir deshalb

manche Schälte und Schläge eingeholt.

Im Jahr 1940 übersiedelten wir nach Turn - Teplitz Schönau, wo mein

Vater die Geschäftsleitung der Groß u. Einzelhandlung meines Großvaters

„Textilwaren Hermann Rippel“

in Turn auf der ehemaligen Kulmerstaße übernahm. Mein Großvater war

immer sehr bedacht, dass aus den Kindern Akademiker werden. Deshalb

musste ich die Oberschule in Teplitz Schönau besuchen. Aber ich wurde

mit der Schule nicht froh, weil mich die Technik und alles was sich

bewegte mehr interessierte.

Mein Vater nahm mich nach dem 4. Schuljahr aus der Schule. Mein

Großvater konnte dies nie verkraften und ab diesem Tag war ich für

Ihm gestorben und nicht mehr anwesend. Das tat mir sehr weh. Nach

einer vorzüglich bestandenen Aufnahmeprüfung, konnte ich meine

Lehr als Feinmechaniker, im Feinaparatebau Zweigwerk - Carl Zeiß

Jena, antreten. Ich war überglücklich und wollte doch meinem

Großvater beweisen, dass ich dort besser aufgehoben war.

Mein Ansporn war groß.

Am 1. Tag musste ich in die Schreinerei gehen und ein Podest abholen,

denn mit meiner Größe von 1,49m, war ich für den Schraubstock und

alle Maschinen zu klein und ich musste überall den Podest mit hinnehmen.

Doch das spornte mich besonders an.

Am Schraubstock hatte ich einen Nachbarn mit der Größe von 1,95m.

Der hatte doch viele Vorteile beim Feilen. Als erstes mussten wir aus

einem Stück 60mm Rundeisen einen Würfel feilen. Mein Würfel war

bei 38mm, seitengleich winklig und hatte gerade Flächen. Bei meinem

Nachbarn wurde der Würfel erst bei 12mm abgenommen. Das gab

Ansporn. Den ganzen Lehrgang „Eisen Erzieht“, der für eine Zeit von

12 bis 13 Monate vorgesehen war, hatte ich in einer Zeit von 7 Monaten abgearbeitet. Ich erhielt eine Belohnung von der Werkleitung und von

diesem Tag an hat mich mein Großvater wieder gekannt.

Ich habe in diesem Werk eine Lehre erfahren die ich nirgends mehr

wieder gefunden habe. Für alle Fächer, Fachkunde, Fachrechnen,

Konstruieren und Allgemeinbildung stand uns Lehrlingen ein gut

ausgebildetes Personal zur Verfügung. Schon nach acht Monaten,

wurden mir Arbeiten anvertraut, die man sonst nur älteren Lehrlingen

gegeben hatte. Mein Wille, etwa zu leisten

wurde gefördert. Doch die Kriegsereignisse machten uns schwer zu

schaffen. Mit knapp zwei Jahren Lehrzeit wurde ich zu einer

Notprüfung, als Lehrabschluss zugelassen. Die Prüfung bestand ich

mit guten Noten, nun hatte ich wenigsten ein Papier in der Hand.

Dann kam der Zusammenbruch. Als Deutscher wurde ich aus dem Werk

entlassen und musste mich im Bergbau anmelden.

Bis Anfang 1946 war ich in der Grube „ Doppelhof 3 in Karben“ unter

Tage beschäftigt. Bis zu unserer Aussiedelung habe ich eine schwere Zeit

erlebt über die ich hier nicht schreiben möchte, da nur Hass aufkommen

würde und ich möchte nicht Hassen. Ich habe meine Heimat verloren und

bin still und ernst geworden und hatte auch das Lachen verloren.

Am 11. Februar 1946, wurden wir aus den Wohnungen geholt und mit 50kg

Gepäck pro Person auf den Bahnhof gekarrt und zu je 25 Personen in

einen geschlossenen Wagon verfrachtet, wir wussten nicht wo es hin geht.

Mal ging es vorwärts, mal rückwärts. Nach drei Tagen Irrfahrt kamen wir

in Furth im Walde an, wurden dort verköstigt und in andere Wagen

verladen.

Am 15. Februar kamen wir in Bad Homburg an und alle Personen unseres

Wagons wurden mit einem LKW nach Seulberg gebracht. Dort wurden

wir alle in der Schule untergebracht und registriert. Danach wurden wir

auf Wohnungen von Seulberger Familien verteilt. Wir wurden mit Skepsis

aber freundlich aufgenommen, den das sollte unsere neue Heimat werden.

Am 18. Februar 1946 habe ich bereits eine Arbeit, bei einer Fa. für

Gebrauchswerbung als Feinmechaniker gefunden. Dort konnte ich auch

meinen Facharbeiter Brief nachholen, ohne den ein weiteres

Fortkommen im Beruf nichtmöglich gewesen wäre.

In Seulberg lernte ich eine jung Frau kennen, das ich achten und lieben

gelernt habe, froh wurde und endlich auch wieder lachen konnte.

Zu meinem Geburtstag  im Jahr 1951, wollten wir uns Verloben, aber

da mein Vater am 14. April verstarb, haben wir uns im August in aller

Stille verlobt und am14 August 1954 habe ich diese Frau geheiratet.

Jetzt hatte ich eine neue Heimat gefunden.  Sie war

Schneiderin und da haben wir manche Stunde zusammen gesessen,

Sie hat genäht und ich habe mich in den Büchern vertieft und gelernt

und 1953 meine Meisterprüfung im Mechaniker-Handwerk abgelegt.

1961 wurde die Familie komplettiert, an unsere Tochter

hatte meine Frau u. ich große Freude und waren beide überglücklich

Im Fernstudium habe ich am Technikum Weil am Rhein weiter studiert

und im November 1962 mein Techniker Diplom erhalten. Doch eine

schwere Krankheit setzte meinem Drang nach Weitermachen ein Ende.

Doch mit meinem erarbeiteten Wissen hatte ich alle Voraussetzungen

für ein Weiterkommen in der Wirtschaft erfüllt Ich leitete später bei

der Fa. Landis u. Gyr in Frankfurt, die Betriebsmittel Konstruktion, wo

ich an der Konstruktion von Stanz- Druckguss- und Spritzguss-

Werkzeugen, Vorrichtungen und Halb und Vollautomatischen Sonder-

Einrichtungen gearbeitet habe. Später leitete ich in einem Werkzeug

und Maschinenbau die Konstruktion von Luftgelagerten präzisen

Bohr und Fräsmaschinen für die Leiterplatten Industrie. 1992 verließ

 ich die Firma und ging in den wohlverdienten Ruhestand.

Ich hatte ein Anwesen und einen Garten zu versorgen da wurde mir

die Zeit nicht lang. Nur zu Hause lief ich meiner Frau immer im Weg

herum bis wir uns arrangierten und die Arbeit teilten. Ich habe später

die Küche erobert und von meiner Frau das Kochen und Backen gelernt,

das mir bis Heute Spaß macht.

                                                       

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